Link: Artikel 23 der UN-Behindertenrechtskonvetion

V. ´s Lebenslauf

Hinweis : ZENSUR  der Namen meiner Tochter V. und ihrem kleinen Sohn M.  durch den vom  Amtsgericht Erding bestellten gesetzl.  Betreuer sowie durch das Jugendamt Erding.

 V. wurde am 11. Juni 1987 in Karlsruhe geboren  –  als Wunschkind !                       Vater :  Dr. Oliver Blum  / Zahnarzt    –    Mutter :  Patricia Blum  / Unternehmerin

Die Schwangerschaft verlief absolut problemlos  – während der  (natürlichen ) Geburt gab es aber Probleme . . .  und der Verdacht eines  „Sauerstoffmangels“ als Ursache der geistigen Behinderung meiner Tochter konnte bisher nicht widerlegt werden . . . !

Am Anfang entwickelte sich V.  vollkommen „normal“  – doch  das 1. Lächeln  zeigte sich verspätet . . .  und auch bei weiteren Beobachtungen gab es Unterschiede zu anderen  gleichaltrigen Babys! Doch niemals kam zu diesem Zeitpunkt bei mir der Verdacht auf, es könnte irgendetwas mit meinem erstgeborenen Kind nicht stimmen !

V.  ist nur ein wenig anders

VICTORIA ist total normal, nur ein wenig anders, sagt ihre Mutter.

V.  ist total normal, nur ein wenig anders, sagt ihre Mutter.                                 ZENSUR  des Foto durch den vom Amtsgericht Erding bestellten  GESETZLICHEN  BETREUER  !

Dass vielleicht etwas ANDERS ist als bei anderen, fiel erst auf als meine Tochter über ein Jahr alt war  –  aber da war  ich auch schon ( zum Glück)  wieder schwanger. Denn damals dachte ich, dass es viel praktischer wäre, wenn V.  bald ein Geschwisterchen bekäme. Und  Bruder  CHRISTOPHER  erblickte kerngesund am 02. 06. 1989  das Licht der  Welt!  Hätten mein Ex-Mann und ich damals geahnt,  dass  V.  geistig behindert ist, wären wir sicherlich nicht gleich wieder „schwanger“ geworden . . . Verwandte und Bekannte aber ahnten schon viel früher, dass mit  V.  etwas nicht stimmen könnte, doch auch der damalige Kinderarzt ließ uns im  Ungewissen !

Erst nach der Geburt des kleinen Bruders Christopher, der mittlerweile als Informatiker seine Promotion schreibt, erhielten wir die Diagnose und Gewissheit, dass unsere Tochter V.   geistig behindert ist!  Für mich als leidenschaftliche Mutter ergab dies kein Problem, denn ich liebte meine kleine Tochter genau so wie sie war von ganzem Herzen und machte auch keinerlei Unterschiede bei ihr zu meinen weiteren Kindern .  Und auch V. `s  Geschwister, Christopher und Sophia, lieben ihre Schwester . . . und zeigen eine grosse Verbundenheit zu ihr   Aber auch für die Geschwister von  V. ist die aktuelle – familiäre – Situation ein prägendes sowie traumatisches Ereignis und ich wünsche mir von ganzem Herzen,  dass ich bald alle meine Kinder . . . und Enkelsohn  M.,  vereint  in die Arme schliessen kann  und gemeinsam mit ihnen unvergessliche Familienfeste feiern kann  – und noch vieles mehr !

Für V. ´s  Vater ging die Welt unter – bei Erkennung einer                           GEISTIGEN  BEHINDERUNG . . .

Doch für den Vater meiner Kinder ging die Welt mit dieser „Diagnose“ unter . . .  und dies war letztendlich auch der Auslöser unserer familiären Trennung. Denn in seiner Verzweiflung konnte er als „Perfektionist“ die Behinderung seiner Tochter nie annehmen . . .  und hätte am liebsten unsere Tochter im Alter von 10  Jahren schon in ein „multiprofessionelles“  Behindertenheim gesteckt – was aber an meinem Widerstand scheiterte !

Meine süße kleine V.  war immer fröhlich und gesund – total normal auf der einen Seite – und doch geistig behindert . . .  mit allen weiteren zusätzlichen Aufgaben wie z.B.  zahlreiche Fahrten & Termine  bei Ärzten und Therapeuten, etc.  . . .  und der Frage , „Was ist das  Beste für mein Kind – und wie wird sich seine Zukunft entwickeln?“

Mit ca.  2,5  Jahren  bekam  V.   vollkommen unerwartet ihren 1. Krampfanfall –  weitere folgten . . .  und unser Familienleben veränderte sich dadurch drastisch . . .  Mit drei Jahren kam V.  in den Kindergarten. Vergeblich hatte ich versucht, sie in einem „normalen“ Kindergarten in der Nähe zu integrieren, doch dies scheiterte am „guten Willen“ der Kindergärtnerinnen , sodass V.  in einen Behinderten-Kindergarten ging !

V.  liebt Musik und Kunst

Zweimal musste V.  wegen gesundheitlichen Gründen ihren Schulbeginn zurückstellen lassen – und wie das Schicksal es wollte: V. und ihr jüngerer Bruder Christopher wurden am selben Tag eingeschult  –   nur: V.  in einer weiter entfernt liegenden  Schule für GEISTIGBEHINDERTE  –  ihr Bruder Christopher in einer „normalen“ SCHULE  ganz in der Nähe!  Diese Situation ist für mich unvergesslich, denn sie war einer der traurigsten Momente meines Lebens.

Doch  V.  lebte sich in ihrer neuen Schulumgebung sehr gut ein und hatte auch viel Glück mit ihren Klassenkameraden, mit denen sie sich wunderbar verstand . . . und echte Freundschaften entstanden! Besonders begeistert war V.  schon immer von Sport  und Kunst ( = malen, tonen & gestalten )  sowie auch von Musik. Mit ihrer fröhlichen Art und ihrem  Lacheln war sie auch bald immer der Mittelpunkt  – und verzauberte  alle mit ihrer guten Laune  !

Die Jahre vergingen … und V.  entwickelte sich bestens  – und im Jahre 1997  erfüllte sich ein grosser Wunsch von mir, da ich die Familie erweitern wollte . . . und auch unter dem Gesichtspunkt,  dass mein geliebter Sohn Christopher noch ein „gesundes“  Geschwisterchen  bekommen sollte :  am  16. 05. 1997  erblickte meine jüngste Tochter SOPHIA  kerngesund  das  Licht der Welt, und das  GROSSE  GLÜCK schien nahe, doch  ALLES  entwickelte sich anders und grosse Herausforderungen traten auf . . .

Neuanfang im schönen Bayern

Als meine  jüngste Tochter SOPHIA  zwei Jahre alt war, brachte ein gesundheitlich bedingtes Ereignis während eines Mallorca-Urlaubes unser Familienleben total durcheinander. Unsere Ehe zerbrach in der Folge und VIctoria zog mit mir und den Geschwistern im Jahr  2002 ins schöne Bayernland, aber auch hier musste ich grösste Herausforderungen als  ALLEINERZIEHENDE  bestehen  – familiär und beruflicher Art !       Nach wie vor wirkt sich auch  der immer noch schwellende „Rosenkrieg“  meines Exmannes mehr als belastend auf mein persönliches Leben aus . . .  da  ER  nicht  Frieden schliessen kann – und dies wäre für unsere aktuelle Familiensituation doch von so grosser Bedeutung . . .  für  alle  unsere  KInder !

V.  besuchte  die „Von – Rothmund “ – Schule  / Bad Tölz für Geistigbehinderte , bis zu ihrem Schulabschluss im Juli 2007 – danach folgte der Übergang in die Behindertenwerkstätte  Polling /  Weilheim i. Ob. , die  ihr anfangs dort sehr viel Freude bereitete, aber aufgrund ihres starken Widerspruches im Juni 2008 wieder  abgebrochen werden musste. Alle Versuche sie doch noch für eine dortige Tätigkeit zu begeistern, scheiterten  – sie wollte einfach nicht von ihrem geliebten und idyllischem Zuhause fort !

Wo die Liebe hinfällt: Victoria und Jörg bei einem romantischen Ausflug.                 ZENSUR  des Foto durch den vom Amtsgericht Erding bestellten  GESETZLICHEN  BETREUER !

Im Herbst 2008 starteten wir  – auf Drängen des Vaters von V.  – einen erneuten Werkstätten-Versuch,  da er den freien Willen und Wunsch seiner Tochter nicht anerkennen wollte, auf ein – zeitlich befristetes –  freies Leben  bzw. eine  „Auszeit“ von strengen Regeln eines regelmässigen  Besuches einer Behinderten-Werkstätte. Aber auch dieser  Versuch in den Behindertenwerkstätten in  Gaißach / Bad Tölz scheiterte bald  – ausschlaggebend war diesmal, dass eine doppelte neue Belastung für Victoria vorlag, da sie wegen der grösseren Entfernung von zuhause , dort auch in einem Behindertenheim leben musste.  Als ich nach zwei Wochen wegen eines akuten Krampfanfalles vom Heim gerufen wurde, wog sie  innerhalb dieser kurzen Zeit  7 kg weniger – und dem Personal dort war dies nicht aufgefallen . . .Natürlich nahm ich meine Tochter daraufhin sofort wieder mit, da ich merkte, was für ein traumatisches Erlebnis dieser Heimaufenthalt für sie bedeutete – und wie glücklich & fröhlich sie doch in ihrem gewohnten  familiären Umfeld war !  Langeweile kam dort nämlich nie für sie auf und V.  war immer bei allen Unternehmungen & Ausflügen  mit uns dabei – gemeinsam mit ihrer Schwester  SOPHIA . Ganz besonders genoss sie lange Spaziergänge mit unserem Hund „Sammy“ und auch im Sommer die vielen gemeinsamen Badeausflüge am Starnberger  See. Ausserdem half sie mir auch fleissig bei der Fütterung von unseren weiteren Haustieren und auch im Garten beim Blumengießen . V.  konnte sich aber auch wunderbar alleine beschäftigen – beim Puzzlen  ( 300 Teile in Windeseile ! ) oder beim Malen !  Eine weiterer Genuss für sie bedeute auch, „stundenlang“ in ihrer Hängematte mitten im Garten zu schaukeln und dabei  Musik zu hören . . .  Dieses paradiesische Leben vermisst  V. sicherlich unendlich – hat sie doch das frühere Leben in  FREIHEIT  &  LIEBE  sehr geprägt !

Der Ausbildungsplatz in der „Filz-Werkstätte“ wartete schon auf V. …

Natürlich war ich mir bewusst, dass V.  nicht für ewig bei mir zuhause sein konnte . . . und um ihr Leben facettenreicher zu gestalten, suchte ich aktiv ab dem Jahre 2009  für V. nach weiteren Alternativen einer für sie optimal geeigneten Behinderten-Werkstätte.

Diese fand ich in der „LEBENSGEMEINSCHAFT  HÖHENBERG“  in Velden / Vils, von der auch V.   von Anfang an begeistert war. Es folgte im Juni 2010 wegen der grossen Entfernung unseres bisherigen Wohnortes ein Umzug in die Nähe der Behindertenwerkstätte HÖHENBERG, da vorerst noch kein Wohnplatz für meine Tochter  V.  vorhanden war.  Im Juli  absolvierte sie ein Probepraktikum, das sie erfolgreich abschloss. Geplant war, dass sie dort ab September 2010 in den kreativen Bereichen der „Filz-Werkstätte“ sowie auch in der dortigen Gärtnerei einen  Ausbildungs-Platz erhalten sollte. . .  doch  ALLES  kam anders als geplant, mit der für mich vollkommen unerwarteten Schwangerschaft von  meiner Tochter V.  !

 

Am  25. 08. 2010  wurde die Schwangerschaft festgestellt . . .  und am 20. 09. 2010 wurde sie als junge schwangere Frau von  „amtswegen“  von einer Sekunde zur anderen  ihrer Familie entrissen  –  und am  02. 03. 2011  kam ihr kleiner Sohn  M.  auf die Welt , der ihr noch im Kreißsaal (!) entrissen wurde und jetzt von amtswegen bei einer „INKOGNIKO“ – Pflegefamilie lebt . . .

Das sind die unglaublichen Fakten in einer Kurzfassung – doch dahinter verbirgt sich ein unendliches SCHICKSAL , das eine ganze Familie traumatisch  bis heute verändert hat !

 

Fortsetzung folgt !

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