Link: Artikel 23 der UN-Behindertenrechtskonvetion

Das Menschenrecht auf Sexualität

Wird  in   DEUTSCHLAND  die UN-BEHINDERTENRECHTSKONVENTION  eingehalten –  auch für “ GEISTIG BEHINDERTE “ Menschen  auf allen Ebenen ?

GEISTIGE  BEHINDERUNG  ist   keine    Krankheit   !                                  Es  bedeutet  „nur“  eine Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten eines  „normalerweise“ vollkommen  gesunden  NORMALEN  MENSCHEN , der nicht in allen seinen persönlichen Bereichen und Ausdrucksformen der  üblichen „NORM“ entspricht  –  und somit eine facettenreiche  “ FREIHEIT  der  NATUR “ präsentiert !

Wenn geistig behinderte Menschen Vater oder Mutter werden, sehen noch Viele darin einen großen Berg von Problemen – in unserer „hochtechnologisierten“ und perfekten (?) Welt scheint dafür kein Platz!  Geistig behinderte Menschen, die selbst oft Hilfe und Unterstützung benötigen – wie sollen sie jetzt auch noch für ein Kind sorgen können? Knapp 2000 Kinder geistig Behinderter leben in Deutschland – Tendenz steigend :      WAS  FÜR  EIN  GROSSES  “ K L E I N E S   G L Ü C K  “  !!!

 

Laut Grundgesetz sind geistig Behinderte in Deutschland „Nicht“-Behinderten gleichgestellt – aber in der Realität?

Laut Deutschem Grundgesetz sind geistig Behinderte in Deutschland „Nicht“-Behinderten gleichgestellt. Auch die UN-Richtlinien über die Rechte geistig Behinderter sind eindeutig: Gleichstellung muss sein! Auch wenn es in unserer Gesellschaft noch Manche tun: „Pauschalisieren und Generalisieren nach dem Motto: ‚Das dürft ihr nicht’, ist nicht akzeptabel“, so Professor Erhard Fischer, der an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für Sonderpädagogik leitet, über das Recht Behinderter, ebenfalls Kinder zu bekommen.

Nach Artikel 6 des Grundgesetzes stehen Ehe und Familie unter besonderem Schutz des Staates. „Gegen den Willen der Eltern dürfen Kinder nicht prophylaktisch von der Familie getrennt werden. Auch bei geistiger Behinderung der Eltern nicht“, so Professor Walter, der auch Autor des Buches „Sexualität und geistige Behinderung“ ist, in einer Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Und weiter: „Sexualität ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt, sondern als menschliche Lebensenergie hat sie einen hohen anthropologischen Stellenwert. Dahinter steht das Bedürfnis, nicht allein sein zu wollen, sondern anderen beizuwohnen („beiwohnen“ – ein alter Begriff für Sexualverkehr). SELBSTBESTIMMTE  SEXUALITÄT  ist somit das Bedürfnis nach Geborgenheit und Zugehörigkeit, letztlich die Wurzel menschlichen Glücks und gelingenden Lebens.“

 

Auszug aus „Zum Wohle des Kindes? – Wenn Menschen mit einer geistigen Behinderung Kinder bekommen“ von Ursula Rüpel und Anette Niggemann in „Grenzen10“:
> Was aber geschieht, wenn sich ein Paar oder eine Frau Kinder wünscht oder eine Frau, die in einer Wohnstätte lebt, schwanger ist? Kaum ein Thema wird in der Behindertenhilfe so kontrovers diskutiert wie die Elternschaft geistig behinderter Menschen. Kaum ein
Thema lässt die Fachleute so ratlos und den Handlungs- und Orientierungsbedarf
so groß erscheinen.

Offensichtlich befinden wir uns in einem Dilemma: Ungeklärt ist, ob und wie sich die Themen Kinderwunsch und geistige Behinderung miteinander vereinbaren lassen. Sexuelle Selbstbestimmung wird immer selbstverständlicher und zunehmend akzeptiert – eine Mutter- oder Vaterschaft von Menschen mit geistiger Behinderung ist aber nur schwer vorstellbar.

Allerdings hat sich die noch vor wenigen Jahrzehnten übliche generelle Ablehnung einer Elternschaft geistig behinderter Menschen dahingehend gewandelt, dass die Fragestellungen in die Diskussion rücken, ob und unter welchen Voraussetzungen die Elternschaft wahrgenommen werden kann und welche Unterstützungsbedarfe notwendig sind, um die Elternrolle verantwortlich ausfüllen zu können.

Ohne Zweifel ist das Leben behinderter Menschen von besonderen körperlichen, geistigen und sozialen Einschränkungen geprägt, die ganz sicher komplexe Fragenstellungen aufwerfen. Wir werden jedoch heute einige Denkanstöße und Anregungen geben, von denen wir uns in einem anderen Rahmen eine Vertiefung wünschen. <

Den gesamten Text finden Sie hier:
Grenzen10_Sexualität_unter_Behinderten

Selbstbestimmte Sexualität  als Menschenrecht ist eine Selbstverständlichkeit – auch für Menschen mit Beeinträchtigungen !

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht zum Thema „Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung“ einen Beitrag von Prof. Dr. Joachim Walter. Der Autor ist Dipl.-Psychologe und Professor für Sozialpsychologie an der Evangelischen Fachhochschule Freiburg. Darin heißt es unter anderem:

> Nach Art. 6 GG stehen Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Staates. Gegen den Willen der Eltern dürfen Kinder nicht prophylaktisch von der Familie getrennt werden. Auch bei geistiger Behinderung der Eltern nicht. 1988 hat das Berliner Landgericht ein aufsehenerregendes Urteil gefällt und dabei die Entscheidung des Jugendamts rückgängig gemacht. Das Jugendamt hatte schon vor der Geburt das Sorgerecht entziehen wollen. Die Richter haben anders begründet:                               „Die bloße Erwägung, dass minderbegabte Eltern ihren Kindern nicht dieselben Entwicklungsmöglichkeiten bieten können wie normal begabte Eltern, lässt eine Ausnahme von diesem, den Naturgegebenheiten Rechnung tragenden Grundsatz nicht zu.“ Geistig behinderte Mütter und Väter dürften nicht von vornherein vom Zusammenleben mit ihren Kindern ausgeschlossen werden, sonst „wäre auch die Würde des Menschen angetastet“. <

Den gesamten Beitrag lesen Sie hier:

www.forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=663